Abhängigkeitserkrankungen
- Toleranzenwicklung; das bedeutet, daß man immer mehr von der Droge braucht, von der man abhängig ist, um die gleiche Wirkung zu erzielen – die persönlichen Freiheitsgrade der Betroffenen nehmen stark ab.
- Kontrollverlust – die Erkrankten verlieren die Freiheit, ein Suchtmittel zu gebrauchen oder nicht bzw. die Menge zu bestimmen, die sie einnehmen wollen; sie konsumieren mehr, als sie sich vorgenommen haben
- innerlicher Zwang, sich ständig innerlich mit der Beschaffung der Substanz zu beschäftigen
- körperliches Entzugssyndrom: Schwitzen, Kreislaufzusammenbruch, Entgleisung des vegetativen Nervensystems mit Panikzuständen
- Einengung der Interessen auf den Substanzgebrauch und fortgesetzter Gebrauch trotz eindeutig schädlicher Folgen
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Bei der Entwöhnungsbehandlung geht es im ersten Schritt darum, im jeweils konkreten Einzelfall zu verstehen, welche Funktion das Suchtmittel für den Betroffenen hat. Zum Beispiel kann das Suchtmittel zur Belohnung dienen ("jetzt habe ich mir aber 'nen Schnaps verdient") oder es kann dazu dienen, Einschlafstörungen oder Schmerzen zu bekämpfen, oder es kann Zustände, die schwer auszuhalten sind, vermeintlich erträglich machen usw.
Im nächsten Schritt geht es dann darum, Strategien zu entwickeln, um das Ziel auch ohne den Gebrauch des Suchtmittels zu erreichen.
Schliesslich geht es um die Rückfallvorbeugung: wo sind Gefährdungspunkte im konkreten Alltag des/der Betroffenen? Wie sehen die Frühwarnsysteme aus? Welche Massnahmen gibt es für den Notfall?
Ziel ist es, eine dauerhafte "zufriedene Abstinenz" zu erreichen; also eine Form des Verzichts auf das Suchtmittel, der keiner permanenten Anstrengung bedarf, sondern im Alltag leicht umzusetzen ist.
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