Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Anpassungsstörungen bei körperlichen Erkrankungen


Fast jede körperliche Erkrankung ist mit belastenden seelischen Begleiterscheinungen verbunden. Viele davon sind ohne größere Probleme auszuhalten oder in den Griff zu bekommen und rufen deshalb keine weiteren psychischen oder körperlichen Symptome mit sich. So fühlt man sich bei einer Erkältung häufig matt und erschöpft, man kann aber unter normalen Umständen gut damit umgehen. Anders ist dies bei schwereren körperlichen Erkrankungen, die subjektives Leid und eine Beeinträchtigung des seelischen Wohlbefindens mit sich bringen können. Um möglichst gut mit einer derart belastenden Erkrankung umgehen zu können, ist es zunächst wichtig, sie zu akzeptieren, die sogenannte Krankheitsakzeptanz zu entwickeln. Im Einzelnen heißt das, innerlich zu akzeptieren, dass man die jeweilige körperliche Erkrankung hat. Je schwerwiegender die Diagnose ist, desto schwerer fällt es, sie mit allen möglichen Konsequenzen anzunehmen. Dieser Schritt ist jedoch notwendig, um den zweiten gehen zu können, der den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen kann. Das sogenannte „Coping“ beschreibt die Art und Weise, wie man mit einer Erkrankung umgeht. Inzwischen hat die Forschung herausgefunden, dass ein Ignorieren der Diagnose ein ungünstiges Coping darstellt, da erforderliche Veränderungen im Verhalten oder mögliche medizinische Schritte nicht erfolgen können. Hingegen hat sich ebenfalls gezeigt, dass ein akzeptierendes und die Krankheit beachtendes Verhalten (z.B. Spritzen von Insulin und regelmäßige Fußpflege bei Diabetes mellitus; Vermeidung außergewöhnlicher körperlicher oder psychischer Belastungen bei Multipler Sklerose) positive Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf haben kann.


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Neben biologischen und genetischen Einflüssen spielen für die Wahrscheinlichkeit, eine psychische Störung zu entwickeln, auch viele Dinge eine Rolle, die im sozialen Umfeld, in der eigenen Lebensgeschichte oder in aktuellen Verhaltens- und Erlebensweisen liegen. Dadurch eröffnet sich jedem Einzelnen die Möglichkeit, sein eigenes Risiko, an psychischen Störungen zu erkranken, zu verringern. Einfache Vorsorgemöglichkeiten sind, ein Gleichgewicht zwischen alltäglichen Pflichten bzw. Belastungen und angenehmen Dingen/Hobbys zu schaffen, ein verlässliches soziales Umfeld aufzubauen und regelmäßig Sport zu treiben. Außerdem kann Ihnen das Wissen über psychische Störungen, das Sie sich z. B. durch Fernsehsendungen oder Zeitungsartikel aneignen, bei der Vorbeugung helfen.
Mit dem Wissen über mögliche Beschwerden ist es Ihnen zusätzlich möglich, frühzeitig zu bemerken, wenn erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung bei Ihnen oder anderen in ihrem Umfeld auftreten. Wie bei den meisten körperlichen Erkrankungen ist eine Behandlung umso Erfolg versprechender, je früher die Störung erkannt wird.
Nach der erfolgreichen Behandlung einer psychischen Störung ist zudem eine sogenannte Rückfallprophylaxe sehr wichtig. Dabei werden Ihnen Mittel und Strategien zur Bewältigung möglicher Schwierigkeiten sowie Werkzeuge zur Erkennung von Frühzeichen bei einem eventuell erneuten Auftreten der Erkrankung an die Hand gegeben.

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Allgemeine Symptome:

  • Vorliegen einer schwerwiegenden Diagnose, die nicht angenommen wird
  • unangemessener Umgang mit der eigenen Krankheit: Verleugnen oder Ignorieren der Konsequenzen einer bestimmten Erkrankung
  • Verhalten, dass einzelne Symptome der Krankheit verschlimmert oder den Verlauf insgesamt negativ beeinflusst
  • Sich Aufgeben und damit verbunden mangelndes Ausschöpfen der Möglichkeiten im Umgang mit der Krankheit
  • Entwicklung einer Depression (gedrückte Stimmung, dunkle Gedanken, Ohnmachtsgefühle), einer Angststörung (Befürchtungen, Sorgen) oder einer Abhängigkeit von psychisch wirksamen Medikamenten oder illegalen Drogen
  • Manchmal auch Reizbarkeit bis hin zu Aggressivität und Gewaltausbrüchen


Wie bei jeder psychischen Störung sind die Stärke, die Art und die Anzahl der vorliegenden Symptome zudem von Mensch zu Mensch verschieden.

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Bei der Erstellung einer psychischen Diagnose erfasst Ihr Arzt oder Psychologe Ihre aktuellen Beschwerden möglichst umfassend erfasst und anhand eines von der Weltgesundheitsorganisation weltweit einheitlichen Kriterienkatalogs, dem ICD-10 (= International Classification of Diseases), einer bestimmten Krankheit zuordnet. Diese Kriterien finden Sie unter dem Gliederungspunkt „Symptome“.

Da jeder Mensch einzigartig ist und entsprechend auch keine Krankheit der anderen gleicht – dies gilt vor allem im psychischen Bereich – stellen wir die Diagnose erst nach einem ausführlichen persönlichen Gespräch mit Ihnen. Bei der stationären Aufnahme findet zusätzlich eine körperliche Untersuchung statt, um auch wichtige körperliche Probleme nicht zu übersehen. Außerdem werden mit Hilfe von Fragebögen wichtige Bereiche abgefragt, die das persönlich entstandene umfassende Bild von Ihnen und Ihrem Umfeld noch ergänzen. Auf diese Weise können wir die Diagnose individuell bestimmen und einen persönlich auf Ihre Beschwerden abgestimmten Therapieplan entwickeln.

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Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und Probleme. Entsprechend gleicht auch kein Störungsbild dem anderen. Hinter ein und derselben Diagnose steht jeweils eine eigene Lebensgeschichte. Aus diesem Grund werden die einzelnen Therapiebausteine inhaltlich speziell mit Ihnen auf Ihre Probleme abgestimmt. Einen formalen Überblick über unser Therapieprogramm mit seinen einzelnen Bestandteilen können Sie dem beispielhaften Therapieplan entnehmen. Allgemein gesprochen geht es darum, aktuelle Konflikte zu bearbeiten, Sie einschränkende Überzeugungen, Gedanken und Einstellungen zu hinterfragen, Ihre positiven Ressourcen zu aktivieren und neue zu schaffen sowie Ihre Gefühlswelt zu ordnen. Zudem ist es das Ziel, dort neue Verhaltensmuster aufzubauen, wo Ihnen bisher keine oder nur problematisch erscheinende Verhaltensmuster zur Verfügung standen bzw. stehen.


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