Mammadiagnostik
Mammasonographie
Galaktographie
Kernspintomographie
Warum regelmäßig Brustdiagnostik für jede Frau?
Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor der Frau. Jede 10. Frau erkrankt an Brustkrebs, das sind ca. 53 000 Frauen im Jahr in Deutschland. Ein Verhindern der Krebserkrankung (=Prävention) ist noch nicht möglich.
Aber:
Frühes Erkennen und Behandeln erhöht die Heilungschance auf bis zu 98%.
Nicht in jedem Alter ist die Erkrankung gleich häufig. Frauen ab 40 sollten sich aber in regelmäßigen Intervallen untersuchen lassen, z. B. alle 2 Jahre.
Ziel der Brustdiagnostik ist das Aufspüren von kleinen Tumoren bevor man sie spüren oder tasten kann.
Mammographie
Die Basis der Brustdiagnostik ist die Mammographie.
Methode
An einem speziell nur für diese Untersuchung konstruierten Röntgengerät wird die Brust zwischen zwei Plexiglasplatten gelegt und leicht zusammengepresst, um eine möglichst dünne Schicht mit wenig Überlagerung zu erhalten. Die Aufnahme dauert nur einen Sekundenbruchteil und ist nicht spürbar. Jede Brust wird in zwei verschiedenen Ebenen geröntgt.
Untersuchungszeitpunkt
Der günstigste Untersuchungszeitpunkt liegt vor allem bei jungen Frauen 7 bis 14 Tage nach Beginn der Periode, da dann der Flüssigkeitsgehalt der Brust am geringsten ist. Die Brust ist jetzt weniger druckempfindlich und das Bild transparenter.
Ist Röntgen gefährlich?
Die statistische Wahrscheinlichkeit durch die Mammographie selbst einen Brustkrebs auszulösen, ist ebenso hoch, wie die Wahrscheinlichkeit durch das Rauchen von 3 Zigaretten an Lungenkrebs zu erkranken.
30 Mammographien im Laufe des Lebens erhöhen das natürliche Erkrankungsrisiko an Brustkrebs von 8-10% um den minimalen Faktor von 0,03%.
Gibt es andere Verfahren?
Mammasonographie ( Ultraschalluntersuchung der Brust)
Die Mammasonographie ist ein ergänzendes Verfahren. Das Verfahren wird insbesondere bei sehr röntgendichtem Gewebe angewandt oder gezielt bei unklaren Herdbefunden der Mammographie.
Tastbefunde können ebenfalls gezielt untersucht werden.
Voruntersuchungen
Mit einem speziellen Ultraschallgel wird die Haut der Brust bestrichen und dann eine Art Mikrofon aufgesetzt, mit dem der Bereich von Hand meanderförmig abgesucht wird. Das Verfahren ist völlig unschädlich und kann so beliebig oft angewandt werden.
Galaktographie
In sehr seltenen Fällen bei blutiger Sektretion aus einer Mamille kann es notwendig sein, vor einer Mammographieaufnahme mit einer feinen Sonde eine kleine Menge eines Röntgenkontrastmittels in den Milchgang einzufüllen. Die Mammographieaufnahme erfolgt dann in gleicher Weise wie oben erklärt.
Kernspinuntersuchung der Brust (MR-Mammographie)
Ebenfalls ein ergänzendes, technisch sehr aufwendiges Verfahren. Angewandt wird es z.B.:
- Nachsorge nach brusterhaltender Therapie/Operation
- Tumorsuche nach Implantatoperation.
Als Wahlleistung:- Zur kompletten präoperativen Befundabklärung (sog. Lokales Staging)
- Suche nach Zweittumorgen/Tumore auf der Gegenseite vor einger Operation
- Tumorsuche bei Hochrisikopatientinnen (Tumor bei einer Verwandten ersten Grades unter 40 Jahren)
- bei dichtem Gewebe und unsicherer Aussage in der Mammographie/Sonographie
Methode
Die Patientin wird auf einer speziellen Vorrichtung (sog. Spule) in bequemer Bauchlage gelagert und im Kernspintomographen positioniert. Dies ist ein sehr starker Magnet (Mehrfaches des Erdmagnetfeldes). Die im menschlichen Körper und somit auch in der weiblichen Brust zahlreich vorhandenen Wasserstoffkerne (=Protonen) werden dabei in gleicher Richtung geordnet und können dann über spezielle Radiowellen gezielt angeregt werden. Das zurückgesendete Signal wird dann von einem sehr leistungsfähigen Computersystem zu Schichtaufnahmen in verschiedenen Ebenen umgewandelt.
Es werden mehrere Messungen von jeweils ca. anderthalb Minuten Dauer durchgeführt.
Über eine Armvene wird dabei einmalig ein spezielles Kernspinkontrastmittel eingespritzt. Es ist gut verträglich und Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten.
Die Methode arbeitet ohne Strahlung und ist unschädlich, sie kann somit beliebig oft angewandt werden.
Untersuchungszeitpunkt
Da die Methode einer sehr hohen Empfindlichkeit besitzt, ist der richtige Untersuchungszeitpunkt noch wichtiger als bei der Mammographie.
Ideal ist die zweite Zykluswoche, also der 7. bis 14. Tag nach Einsetzen der Periode.
Gründe, die Untersuchung nicht durchzuführen
Die Untersuchung ist derzeit noch nicht für Patienten mit Herzschrittmacher geeignet.
Bei Schwangerschaft und bei Im Körper vorhandenen Metallfremdkörpern wie z. B. Gelenkprothesen, Metallsplittern oder Clips nach Operationen, muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine Kernspintomographie möglich und sinnvoll ist.
Mögliche Begleiterscheinungen
Bei den angewendeten Magnetfeldstärken sind schädigende Wirkungen auf den Körper nicht zu befürchten.
Patientenvorbereitung
Da Sie sich sowohl im Untersuchungsraum als auch im Gerät in einem starken Magnetfeld befinden, müssen metallische Gegenstände, wie z. B. Schlüssel, Münzgeld, Feuerzeug, Uhr, Brille, Schmuck, Gürtel oder magnetempfindliche Dinge, wie z. B. Kredit- und Scheckkarten vor der Untersuchung abgelegt werden.
Sollten Sie unter besonderer Unruhe oder Platzangst leiden, können wir Ihnen vor der Untersuchung ein entsprechendes Beruhigungsmittel verabreichen.
Dauer
Die Gesamtdauer der Untersuchung beträgt ca. 20 Minuten. Während der Messzeit, die von einem technisch nicht vermeidbaren Klopfgeräusch begleitet ist, sollten Sie ruhig und entspannt liegen, da jede Bewegung Störungen im Bild verursacht und zusätzlich die Untersuchungszeit verlängert.
Nachsorge
Eine spezielle Nachsorge ist nicht notwendig.
Falls Sie ein Beruhigungsmittel verabreicht bekommen haben, sind Sie nach der Untersuchung für mindestens ein bis zwei Stunden nicht fahrtauglich und können daher nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.
Wenn Sie sich zusätzlich besonders matt fühlen, können Sie sich in einem unserer Liegeräume ausruhen.
Voruntersuchungen
Verlaufsbeurteilungen sind gerade bei Brustuntersuchungen besonders hilfreich und wichtig. Sie sollten also evtl. Voruntersuchungen, wenn möglich zum Untersuchungstermin mitbringen.
Auswertung
Mammographien werden in unserem Institut immer von zwei Befundern unabhängig voneinander ausgewertet. Die Befunder müssen in regelmäßigen Abständen ihre Qualifikation im Rahmen von Prüfungen nachweisen. Auch die eingesetzten Geräte werden ständiger Überprüfungen unterzogen.
Abteilung: Radiologie








