Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Spinalkanalstenose


Unterschiedliche krankhafte Veränderungen der Lendenwirbelsäule können Funktionsstörungen, Schmerzen oder Reizungen des Ischiasnerven hervorrufen. Symptom der spinalen Stenose ist die Claudicatio spinalis (ziehende Schmerzen an Vorder- und Rückseite der Beine nach dem Zurücklegen kurzer Strecken).

Die endgültige Diagnose wird nach CT-, MRT-Untersuchung (bei ausgeprägter multisegmentaler Stenose durch lumbale Myelografie mit postmyelografischem CT ergänzt) gestellt, da durch die herkömmliche Röntgendiagnostik keine eindeutigen Hinweise gegeben werden. weiter zur Entstehung...

Degenerative Veränderungen der Lendenwirbelsäule sind zahlreich, denn sie ist durch die Natur des menschlichen Körperbaus in mechanischer Hinsicht stark belastet.

In normalen Fällen erinnert der Querschnitt des Spinalkanals an einen Napoleonshut. Bei der Instabilität, die zum Wirbelgleiten führt, verformt sich der Spinalkanal und wird länger und spitzer. Es kommt zur Bildung von Spondylophyten, sog. Abstützreaktionen und das „gelbe Band“ (Ligamentum flavum) verdickt sich. Somit wird der Raum für den Duralsack kleiner, was zur Schädigung oder Reizung der Nervenwurzel führt. weiter zu Symptome...
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  • ziehende Schmerzen an Vorder- und Rückseite der Beine nach dem Zurücklegen kurzer Strecken (Durch Hinsetzen und Vorbeugen des Oberkörpers kommt es zur Schmerzlinderung, denn durch das Beugen wird der Spinalkanal weiter und die Reizung der Nervenstrukturen vermindert. Weitergehende Diagnostik und Therapie sind dann erforderlich, wenn der Patient nur noch Strecken von weniger als 100 m zurücklegen kann.)
  • auch neurologische Ausfallerscheinungen
  • Gehunfähigkeit
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Das Hauptgewicht der Behandlung sollte eindeutig nicht auf dem Einsatz von Schmerzmitteln liegen.
Folgende Behandlungen sind möglich:
  • Stabilisierung der Muskulatur durch entsprechende Gymnastik
  • Schmerztherapie:
    • medikamentöse Schmerztherapie (NSAR, Opiate etc.)
    • Schmerzpflaster
    • Physikalische Schmerztherapie
    • (Stromtherapie, Ultraschall, Wärme etc.)
    • Implantierte Schmerzpumpen
  • Physiotherapie
  • Elektrotherapie
  • Physikalische Maßnahmen
  • Entspannungsübungen
  • Rückenschule
  • mobilisierende und stabilisierende Krankengymnastik
  • Akupunktur
  • Entlordosierendes Mieder
  • Infiltrationstherapie (Nervenblockaden, Periradikuläre Therapie, Triggerpunktinfiltrationen)
  • Psychotherapie

Bei Versagen der genannten Therapieformen und Andauern der Beschwerden ist eine Erweiterung des Spinalkanals mittels Operation notwendig: Vor allem bei unerträglichen und unbeherrschbaren Schmerzen, neurologischen Ausfallerscheinungen, Invalidisierung oder Gehunfähigkeit, der beschriebenen Spinalkanalstenose und bei jungen Patienten.

a) Operative Therapie:
Bei der Spinalkanalstenose ist die offene mikrochirurgische Dekompression die angebrachte Methode. Dabei werden durch sehr kleinen Hautschnitt (bei Spinalkanalstenose über mehrere Wirbeletagen muss der Schnitt erweitert werden) und unter Einsatz eines Operationsmikroskops sowie speziell angewinkelter Instrumente die für die Spinalkanalstenose/ Nervenwurzelstenose verantwortlichen Teile weggenommen (dekomprimiert). Dazu gehören Wirbelgelenk-, Wirbelbogenanteile und Anteile von Ligamentum Flavum („Gelben Band“).
Vorteile:
  • kleines Operationstrauma
  • geringer Blutverlust
  • weniger Narbenbildung
  • Möglichkeit der frühen Mobilisation undRehabilitation
  • weniger Nerven- und Gefäßverletzungen
  • Erhalt der Stabilität im Bewegungssegment durch dynamische Implantate (DIAM, X-Stop, Wallis, Aperius):
    Eine Entlastung der eingeengten Nervenwurzeln und die Korrektur der ungünstigen Bewegungsdynamik ist möglich ohne die Eröffnung des Spinalkanals. AmAbend des Operationstages ist eine Mobilisation möglich und nachlassende Schmerzen in Rücken und Beinen machen sich nach kurzer Zeit bemerkbar.

b) Epidurale Infiltration:
Direkt in den Wirbelkanal (epidural/peridural) injizierte Spritzen weisen den größten nicht invasiven schmerztherapeutischen Effekt auf.
Die Epidurale Infiltration ist bezüglich der Einspritzhöhe sehr flexibel, so dass sie sich für eine Spinalkanalstenose der oberen Anteile der Lendenwirbelsäule sehr eignet. (Mit einer Sacralen Infiltration wird hingegen nur eine Höhe bis zum 4. Lendenwirbel schmerztherapeutisch erreicht.)
Ein Gemisch aus lokalem Betäubungsmittel und Kortison wird mit Hilfe einer langen Nadel in den Wirbelkanalraum injiziert. (Bei wiederholt notwendiger Medikamentengabe, ist das Anschließen eines Kathetersystems, um den Zugang zum Wirbelkanal zu erhalten, möglich.) zurück zur Definition
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